Silvesterfeuerwerk - der Albtraum für viele Tiere


Für viele Tiere ist das Silvesterfeuerwerk ein Albtraum: Haus- und Wildtiere werden durch den Lärm und das grelle Licht in Angst und Schrecken versetzt. Panisch ergreifen sie die Flucht, irren orientierungslos umher, finden nicht mehr zurück, werden überfahren. Deshalb sollten Haustiere im Verlauf der Silvesternacht unbedingt mit einer Bezugsperson, die ihnen die nötige Sicherheit gibt, in der Wohnung bleiben. Auf keinen Fall sollten sie auf Silvesterfeiern mitgenommen werden.
Neben den Haustieren sind auch heimische Wildtiere betroffen: aufgeschreckt und völlig verstört durch das Feuerwerk können sie so viel Energie verlieren, dass diese nicht mehr ausreicht, um einen strengen Winter zu überstehen. Deshalb die Bitte an alle Silvesterbegeisterten, die Party nicht in Parkanlagen, Rückzugsräumen in der Natur oder in Wäldern zu feiern.

Die Hörorgane von Tieren sind sehr empfindlich. Besonders bei Säugetieren, gleichgültig ob es sich um Wild- oder Heimtiere handelt. Schallwellen führen bei ihnen zu Reizimpulsen, die um ein Vielfaches stärker sind als beim menschlichen Gehör. Hunde und Katzen verspüren bereits bei sehr dumpfen („Kanonenschläge“) sowie pfeifenden Geräuschen („Heuler“)  regelrechte Schmerzen. Werden die Tiere dem Schallstoß eines der über 1000 verschiedenen im Handel erhältlichen „Böller“ unmittelbar ausgesetzt, besteht die Gefahr, dass sie schwere und irreversible Gehörschäden erleiden. Die unmittelbare Einwirkung von Geräusch- und Lichteffekten auf die hochsensiblen Sinnesorgane der Tiere kann sogar zum Tode durch Erschrecken führen. Besonders Hamster, Kaninchen oder Wellensittiche, die ohnehin einen sehr schnellen Herzschlag haben, sind davon betroffen. Aber auch Hunde und Katzen können durch Feuerwerk so in Angst und Panik geraten, dass sie am ganzen Körper zittern oder völlig verstört umher rennen. Viele dieser Tiere beruhigen sich erst nach Wochen wieder und zucken nicht mehr bei jedem unerwarteten Geräusch erschrocken zusammen.

Schon in den Tagen vor Silvester ist deshalb beim Gassigang besonders darauf achten, dass die Hunde gut angeleint sind, damit die Tiere sich nicht losreißen, falls in der Nähe ein Feuerwerkskörper detoniert. In der Silvesternacht selbst sollten die Heimtiere unbedingt im Haus bleiben. Der Landestierschutzverband rät allen Tierhaltern, Rollläden bzw. Vorhänge geschlossen zu halten, mit Hilfe von Fernseher oder ruhiger Musik für eine gewohnte Geräuschkulisse zu sorgen und sich mit den Tieren zu befassen. Vogelvolieren können zusätzlich mit einem gut luftdurchlässigen, blickdichten Tuch abgedeckt werden. Käfige mit Kleinsäugern sollten einen Standort fernab von Fenstern erhalten. Ganz wichtig: die Anwesenheit einer vertrauten Person, um die Tiere zu beruhigen. Auf keinen Fall sollte man die eigenen Hunde zu lauten Silvesterfeiern mitnehmen.

Burgruinen, Aussichtspunkte auf Anhöhen, Waldschneisen und andere exponierte Stellen mitten in der Natur werden leider immer beliebtere „Ausflugsziele“ für das mitternächtliche Silvesterfeuerwerk. Diese Störungen stellen für einheimische Wildtiere eine echte Gefahr dar. Der ungewohnte Lärm und die Lichtblitze erschrecken und ängstigen die Tiere nicht nur, sondern lösen meist panisches Fluchtverhalten aus. Dadurch werden wichtige Energiereserven unnötig verbraucht, die gerade im Winter - bei Futtermangel und kalten Temperaturen - überlebensnotwendig sein können. Es dauert oft Tage und Wochen, bis die Tiere wieder in ihr normales Verhalten zurück finden.
Auch Parkanlagen und die grünen Ruhezonen in den Städten, wo insbesondere Singvögel noch eine Zuflucht finden, müssen von dem Feuerwerksspektakel verschont bleiben. Unerwartete Blendeinwirkung durch explodierende Leuchtkörper kann besonders für Vögel verheerende Folgen haben, vor allem wenn durch die Schädigung der Augen und dem Ausfall der wichtigsten Sinnesorgane für längere Zeit das Orientierungsvermögen verloren geht.

Herbert Lawo, der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes, bittet deshalb: „Helfen sie, den Stress und die Gefahren für die Tiere in der Silvesternacht zu vermeiden und verzichten sie auf Feuerwerk und Böller! Das Geld, das dadurch gespart wird, können sie spenden, zum Beispiel dem Kinderschutzbund, dem SOS-Kinderdorf, einer Krebshilfevereinigung, ihrem Tierheim, oder wem auch immer sie sonst nahe stehen!“