Erziehung von Hunden

Die würdevolle Methode, Hunde zu erziehen


Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären ein kleiner fröhlicher Welpe, der nichts anderes als spielen, springen und Spässchen im Kopf hat. Das geht vielleicht ein paar Wochen gut. Aber plötzlich kommt so ein Mensch daher, stülpt Ihnen ein Halsband über den Kopf und zerrt an Ihnen herum. Von nun an wird jede falsche Bewegung Ihrerseits mit einem schmerzhaften Ruck quittiert. Würde Sie so eine Behandlung zu einem unkomplizierten, nicht aggressiven Hausgenossen machen?
Keine Frage, Hundeerziehung muss sein. Aber auf das Wie kommt es an. Dass hier vieles schief gehen kann, demonstrieren einige Bewohner des Tierheims auf traurige Weise.
Sollten Sie nun mit dem Gedanken spielen, sich einen Hund aus dem Tierheim zu holen, kann man dies nur lobend anerkennen. Damit es aber zwischen Ihnen und Ihrem zukünftigen Vierbeiner auch klappt, sollten Sie vielleicht einige Erwägungen im Vorfeld anstellen, um später keine Enttäuschung zu erleben. Eine zu spontane Entscheidung für einen Hund kann hinterher zu um so langwierigeren Problemen führen.
„Ach Gott, ist der süüüß!”, hört man immer wieder entzückt die Leute vor einem Tierheimzwinger sagen. So ein goldiger Retriever, den schauen wir uns gleich näher an. Die Hand bewegt sich schon in Richtung Kopf, ihn zu streicheln wäre gar zu schön. Da der Schock - der goldige Tropf zieht die Lefzen hoch und knurrt. Unerhört! Das war wohl nichts - und weiter geht’s zum nächsten Zwinger.
Wer so durch das Tierheim geht und nur darauf achtet, wie „süüüß” ein Tier ist, kann seinen Hund in spe wohl kaum richtig kennenlernen.

Was also gilt es zu beachten?


Am besten fragt man bei einer erfahrenen Hundeausbilderin wie z.B. Saskia Skudnik, Mitarbeiterin des Institut Feltmann von Schroeder (Bayreuth), nach. Vor kurzem hat sie angefangen, zusammen mit dem Tierheimpersonal Hunde so zu trainieren, dass ihre Vermittlung eine sinnvolle Sache für Hund und Herrchen/Frauchen zu werden verspricht. Bei ihrem Training, das auf eine Partnerschaft zwischen Hund und Mensch abzielt, verzichtet sie im Übrigen auf ein Halsband, das so negative Auswirkungen auf einen hochsensiblen Bereich des Hundekörpers hat. Sie arbeitet statt dessen mit Geschirr und positiver Bestätigung.
Ihrer Auffassung nach sollte sich ein mit Hunden man sich u. a. über folgendes im klaren werden: Zum einen ist da die Rasse, für die man sich entschieden hat. Jede Rasse verfügt über andere Wesensmerkmale. Wer sich beispielsweise einen Hirtenhund ins Haus holt, sollte wissen, dass dieses Tier, wie auch alle anderen Hunde je nach ihrer Art, sinnvolle Aufgaben braucht. Dieser will etwas bewachen, sieht Fremde in erster Linie als Eindringlinge an. So ein Tier würde also ganz gut etwa auf einen Aussiedlerhof passen.
 

Ganz allgemein bietet sich vor und bei der Aufnahme eines Tierheim-Hundes folgende Vorgehensweise an:
  • Das Tier zuerst auf längeren Spaziergängen kennenlernen
  • Das Tierheimpersonal und Leute, die schon mit dem Hund spazierengegangen sind, zum Verhalten des Tieres befragen
  • Damit rechnen, dass sich ein Hund eventuell zu Hause anders als im Tierheim verhält
  • Dem Hund eine angemessene Eingewöhnungszeit zugestehen
  • Klare Richtlinien vorgeben, damit das Tier weiß, was es darf und was nicht Bei jungen Hunden bedenken: Sie brauchen mehr Zeit und Aufmerksamkeit als ältere Tiere.
  • Überlegen, wer sich bei Krankheit von Frauchen/Herrchen um den Hund kümmern kann/was geschieht im Urlaub mit dem Hund
  • Herausfinden, ob der Hund auch mal alleine zu Hause bleiben kann oder ob er ständig Gesellschaft braucht


  • Wichtig ist außerdem, dass man die seit einiger Zeit im Tierheim übliche Selbstauskunft schon im eigenen Interesse gründlich ausfällt. Die dabei gestellten Fragen helfen einem klären, ob man für eine Hundehaltung auch wirklich die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt. Denn weder Hund noch Frauchen/Herrchen ist damit gedient, wenn sich schon nach kurzer Zeit herausstellt, dass die gerade erst begonnene Beziehung ein großer Irrtum war.

    Dies gilt erst recht, wenn man sich bereit erklärt, vielleicht sogar einem Problemhund eine Chance zu geben. Dann sollte man entweder auf eine langjährige Erfahrung mit schwierigen Hunden verfügen oder sich entschließen, ein dem problematischen Verhalten des Tieres entsprechendes Training zu absolvieren. (luf)

    Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, rufen Sie im Tierheim unter 07321 / 41100 an und hinterlassen ihren Namen, Telefonnummer und die Rasse ihres Hundes. Frau Skudnik wird sie dann gerne zurückrufen und einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren.