Udini

Völlig unerwartet mussten wir gestern unseren Udini über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

Der ca. 2,5-jährige Neufundländer-Mix kam im Dezember 2016 aus einer Beschlagnahmung des Veterinäramtes zu uns ins Tierheim. Wir wissen nicht, was er alles ertragen musste, bis er bei uns strandete, doch allzu schöne Erfahrungen waren es sicherlich nicht.
Wochen- ja monatelang saß der Arme Tag und Nacht angststarr in seiner Zwingerecke. Ein Verlassen des Hundehauses schien undenkbar zu sein.
Doch Udini lernte in winzig kleinen Schritten „seinen“ Menschen zu vertrauen.
Wir waren mit ihm soweit, dass er freudig mit seinen zwei- und vierbeinigen Freunden im Auslauf das Leben genießen konnte. Er hatte sogar Interessenten gefunden, die ihm alle Zeit der Welt gelassen hätten, die er gebraucht hätte, um zu ihnen auf eine Dauerpflegestelle zu ziehen.
Endlich schien sich für unseren Sorgenbären alles zum Guten zu wenden – doch das Leben ist manchmal hart und das Schicksal nicht fair.
Seit Dienstag verschlechterte sich Udinis Zustand plötzlich ohne Erklärung derart, dass wir am Donnerstag mit ihm in eine Tierklinik fahren mussten. Dort wurde bei einem MRT festgestellt, dass sein Gehirn deutlich zu klein war. Da er mittlerweile nicht einmal mehr stehen konnte, nur noch hechelnd und krampfend auf dem Boden lag und auch die Ärzte uns keine Hoffnung auf Besserung gaben, konnten wir ihm am Ende nur noch von seinem Leiden erlösen.

Auch wenn sein Hundeleben viel zu kurz war und er noch so viele schöne Dinge hätte erleben sollen, war er ein toller Hund, der uns einmal mehr gezeigt hat, dass Aufgeben keine Option ist.

Machs gut, kleiner Schnuffel, du wirst uns fehlen!

 

Jonas

„Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch, wenn es plötzlich dunkel ist.“
(Franz Kafka)Seit nunmehr drei Jahren wohnte Jonas, der als Haus- und Hofhund mit Freund Rico gelebt hatte, bis sein Herrchen ins Pflegeheim kam, bei uns. Er war schon ein greiser Geselle mit diversen Zipperlein, als er hier einzog, und eigentlich dachten wir schon damals, wir müssten uns in nicht allzu ferner Zukunft vom braven Buben verabschieden. Doch Jonas überlebte seinen eigentlich agiler scheinenden Hundekumpel und fand hier die wohl beste Freundin seines Lebens: seine Betreuerin Frau L., die sich rührend und fürsorglich um ihn kümmerte. Mit ihr unternahm er streckenmäßig freilich immer kürzer werdende Spaziergänge, bei denen er aber alle Zeit der Welt bekam, um immer wieder Päuschen einzulegen. Stets hatte sie eine Iso-Matte unterm Arm, damit Jonas es gemütlich hatte, sollten ihm die Knie weich werden oder die Puste ausgehen, sowie etwas zu trinken oder was ihm sonst Freude bereitete dabei.

Wie der alte Knabe das genoss, sich auf sie freute und wie dankbar er ihr war! Umso schwerer war der offensichtlich immer näher rückende Abschied für sie.Ende letzter Woche nun war der Tag gekommen: Jonas‘ Kräfte waren endgültig geschwunden und es war an der Zeit, den guten Kerl erlösen zu lassen; unwürdig sollte es nicht mit ihm zu Ende gehen. Wir sagen leise Servus, freuen uns, Jonas kennen gelernt und ihm noch gute Tage beschert zu haben – etwas, das ohne seine liebe Gassigängerin nicht möglich gewesen wäre; unseren allerherzlichsten Dank hierfür!

Und du, Jonas, schlaf gut – du hattest ein langes, ereignisreiches Leben; ruh dich aus. Wir werden dich nicht vergessen.

(MEP)

(Foto Kerze: Pixalia)

Opi (Felix)

„Das größte Geheimnis ist das Leben,
das tiefste Geheimnis ist die Ewigkeit,
das schönste Geheimnis ist die Liebe –
ein Geheimnis, dem selbst der Tod machtlos gegenübersteht.“

Mit diesen Worten eines unbekannten Autoren musste sich unsere Tierpflegerin Lena letzte Woche von Felix verabschieden, der den Meisten hier schlicht unter seinem Spitznamen Opi bekannt war.
Vor nunmehr fünf Jahren wurde der einst nicht immer ganz einfache Geselle im Tierheim abgegeben, im April wäre er 18 Jahre alt geworden. Schon länger hatte das Alter dem inzwischen braven, freundlichen und seine Zeit allzu gern mit seinen zwei- und vierbeinigen Freunden verbringenden Buben zugesetzt. Im Tierheim selbst war Felix nur zu Gast, er lebte in keinem Zwinger; nein, er durfte seine letzten Jahre mitten in der Familie seiner Pflegerin verbringen, was Opi sehr genoss.Obwohl rational nachvollziehbar war, dass Felix am letzten Stück seines Weges hier angekommen war, trifft uns der Tod jedes unserer Schützlinge, besonders der uns langjährig vertrauten, immer wieder.Wir danken Frau N. herzlich für die kompetente und liebevolle Pflege sowie all den Spaß, den Felix mit ihr und den anderen Tieren noch haben durfte. Und du, Opi, bleibst in unserer Erinnerung – bar aller Zipperlein; run free!

(MEP)

 

Pauli

„Wenn die Kraft versiegt,
die Sonne nicht mehr wärmt,
dann ist der ewige Frieden eine Erlösung.“

Pauli war ein Hof- und Zwingerhund, lange dreizehn, vierzehn Jahre, bis er vor etwa fünfzehn Monaten als Fundtier bei uns strandete. Zwar konnten wir seinen Besitzer ermitteln, doch der hatte kein Interesse mehr an dem sozusagen bereits ausgemusterten Burschen und hätte ihn umgehend einschläfern lassen. Ja, Pauli war schon damals gebrechlich, zeigte aber so viel Lebensfreude, dass wir das als schlicht zu früh empfanden sowie ihn bei uns behielten – und das war wohl Paulis schönste Zeit in seinem langen Hundeleben. Halb taub, fast blind und geplagt von den klassischen Zipperlein im Alter, genoss er dennoch mehr Spaziergänge, Ansprache und Natur als es ihm wohl je zuvor vergönnt gewesen war.Obwohl wir alle wussten, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft von ihm Abschied werden nehmen müssen, kam Paulis Herzinfarkt gestern für uns doch überraschend.Schlaf gut, alter Freund. Wir hoffen, du nimmst zumindest ein paar gute Erinnerungen an das Leben hier mit. Es war schön, dich kennengelernt zu haben.

(MEP)